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Magnum Live - Bochum, Matrix 17.05.2008

Es soll ja vorkommen, dass der geneigte Progger die eine oder andere "Leiche im Keller" hat (damit keine Missverständnisse aufkommen; ich habe keinen Keller!). Gern genannt bei diesen "Leichen" ist die britische Combo Magnum. Was auch immer diese Band gemacht hat, immerhin existiert sie schon über 30 Jahre, es war irgendwie nie so richtig zuzuordnen. Man klang schon Mal nach Queen, es gibt Leute die behaupten, die Band habe eine AC/DC-Phase gehabt (was ich nie nachvollziehen konnte), und schließlich fand man sich spätestens Mitte der 80er Jahre bei einem ganz eigenen, fluffigen, symphonischen Rock-Sound wieder... Magnum sind zu "schmalzig" für Hardrock, sie sind viel zu schlicht für irgendwas "proggiges"... Sie stehen einfach allein auf weiter Flur mit ihrem Sound. Dass ihnen weiland 1988 der Titel für das "beste Hardrock-Album des Jahres" für "Wings Of Heaven" verliehen wurde, darf man getrost der Ideenlosigkeit der Marketing-Manager zuschreiben.

"Wings Of Heaven" war dann auch das Motto für die diesjährige Tour, welches neben den Bandgründern Tony Clarkin und Bob Catley auch noch Mark Stanway (Keyboarder der Hochphase der Band) zusammenbrachte. Vorweg gab es eine blutjunge Combo namens "UXL" (ja!), die mit einer Mischung aus U2-haftem Poprock, angedeuteter Coldplay-Verehrung und dann doch ein bisschen übertriebener Symphonik in Richtung Matthew Bellamy (Muse) punkten konnten. Gerade das saudreckige Cover von Comfortably Numb brachte der Band mehr als Höflichkeits-Applaus. Die Truppe hat Hit-Potential, vielleicht sollte sich der extrovertierte Sänger eine Schlagzeile besorgen... Sowas wie: "Drogensüchtiger Sänger zertrümmert Hotel-Einrichtung..."; dann wird das was mit der Karriere.

Gegen 21.15 Uhr waren dann Magnum dran und spielten sich durch ein 1-stündiges Set verschiedener Klassiker. Man kann der Band gerne vorwerfen, dass sie schlichtesten Kram abliefern, aber mit welchem Verve, welcher Überzeugung, welchem "Rumms", da können sich eine Menge statisch agierender Live-Acts einfach nur eine Scheibe von abschneiden. Selbst der merklich ge(ur)alterte Bob Catley überzeugte trotz (allgemein bekannter) Schlager-Sänger-Performance.

Ich hatte mir von dem Abend nichts anderes erwartet als eine Runde "Fremdschämen", sozusagen die "rockige" Alternative zum Finale von "DSDS", welches ja ebenfalls am 17.05.08 den Sieger Thomas Godoj gekürt hat... Ich muss aber unumwunden zugeben, dass dieses Magnum-Konzert einfach nur sauviel Spaß gemacht hat. Zumal nach der Stunde Klassiker das "Klassiker-Album" von vorne bis hinten (jou, mit "Don't Wake The Lion") gespielt wurde. Das Publikum ging mit, der Sound war mit Abstrichen für die ungeeignete Matrix (ein flacher Schlauch) und vor allem mit Abstrichen meiner Position (eine anonym bleibende Dame zog uns alle mit nach vorne an die Bühne, wo wir sozusagen als Hardcore-Fans das gebotene mit Staunen verfolgten...) ok, die Hitze in der Bude machte aus der Sache 'ne wirklich schweißtreibende Angelegenheit... So müssen Rock-Konzerte wohl sein. Wenn ich ein Haar in der Suppe finden müsste, so ist es schon recht traurig, dass das üblicher Weise gespielte "Sacred Hour" (so ziemlich das proggigste Stück der Band-Historie) ausgerechnet an "meinem Magnum-Abend" ausgelassen wurde. Aber man kann ja nicht alles haben.

Man sollte es kaum glauben, aber dieses Magnum-Konzert war echt geil! Vielleicht muss man ein paar Bier trinken um das zu verstehen, aber dann trinkt halt ein paar Bier! :)

Jou, war wirklich ein sehr schönes Konzert! Feine Setlist, sehr spielfreudige Mannschaft und gute Stimmung in der doofen und viel zu warmen Matrix.

Die Vorband hat mich ehrlich gesagt gelangweilt. War jetzt nix, was mich großartig erregt hätte. Und für die Coverversion von Comfortably Numb (wohl einer der besten Songs aller Zeiten!) gehören die Jüngelchen geteert und gefedert ;-)

Magnum waren allerdings und trotz des viel zu lauten und matschigen Sounds (typisch Matrix!) absolut geil. Gut, beim Stageacting von Catley musste ich schon ein paar mal lachen, aber was solls. Die alten Säcke sind super sympathisch, bringen ihre Stücke super motiviert rüber, bzw. haben einfach Spass inne Backen.

So, muss das sein. Viel Spaß, viel Stimmung...kein Prog, aber wen interessiert's?