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Pop goes Freakshow - Blowing Doozy

Alternative-, nein Freakshow-Feeling open air mitten in München!

Neulich gehe ich nach Feierabend nach Hause, als in Isarnähe unvermittelt ein Saxophon loslegt: 'das ist live!' denke ich mir, als auch schon Schlagzeug, Trompete und zweites Saxophon einsetzen. 'Das ist Jazzrock!' schreit es in mir.

Und tatsächlich: mitten im Herzen der Stadt, auf dem Kabelsteg oberhalb der Sonnenanbeter auf den Schotterinseln in der Isar, hat sich eine vierköpfige Band aufgebaut: Baßsaxophon, Tenorsaxophon, Trompete, Schlagzeug.

Schon anmaßend, das genau dort zu tun, denn (die Münchner werden schmunzeln) der Kabelsteg ist ein Nadelohr, ohnehin viel genutzt von Fußgängern und Radfahrern, parken dort seit dieser Saison auch beidseitig Massen an Fahrrädern der Sonnenanbeter. - Und ausgerechnet dort geben Blowing Doozy ihren Gig!

Und was passiert? Keiner meckert, v.a. nicht die Radfahrer, die alle absteigen müssen, aber auch nicht die Sonnenanbeter, die sich ja gestötz fühlen müßten, daß sie einfach so zwangsbeschallt werden.

Stattdessen: die Leute bleiben stehen, sind fasziniert, lächeln (ich sowieso: eine halbe Stunde - so lange haben sie nahezu non stop gespielt - Dauergrinsen). Und unter der Band, auf den Schotterinseln, wenden sich viele der Band zu, schauen hinauf und gehen den Drive und Elan mit, den die Band mit ihrer Musik verströmt.

Blowing Doozy mußten sich sehr sicher sein, daß alles paßt, daß sie perfekt aufeinander eingespielt waren und ihre Musik das Zeug hat, die Leute nicht zu vergrätzen.

Denn es war zwar (für die meisten Zuhörer) unüblich, was die vier da gemacht haben (allein schon die Besetzung und dann auch noch komplett ohne Gesang), aber wie sie es gemacht haben war super klasse! Rhythmisch war es nicht vertrackt, aber die Art, die schiere Variabilität der Arrangements hat mich in ihrer Souveränität sehr, sehr lebhaft zurückdenken lassen an meine grandios inspirierende Zeit bei der Freakshow. Der Spaßfaktor ließ mich an Konzerte von Panzerballett und Oozing Goo zurückdenken. "Progressive Funk Brass" nennt das die Band selbst.

Gespielt haben sie Covers von Pop-, Rock- und Dancestücken mit hohem allgemeinen Bekanntheitsgrad, aber eben arrangiert für diese Besetzung, der Hammer!

Ein Fall für diese Seite? Na, auf jeden Fall!

Wer mehr will:

https://www.youtube.com/watch?v=rfW_9rUrQUc
https://www.youtube.com/watch?v=Lb5bNR0Hm_8
https://www.youtube.com/watch?v=3XVIM67rnlE
https://www.youtube.com/watch?v=YDfmw1P7Fxg

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