Glossen

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Andere sind immer noch irrer

Wenn man so beobachtet, worüber und worum sich in den diversen Prog-Mailinglisten, -Foren und -Chats unterhalten und gestritten wird, wieviel Zeit, welche Leidenschaft und Energie in diese Diskussionen und Rezensionen gesteckt wird, wieviel Geld manche von uns für Tonträger und andere Devotionalien ausgeben, welche Anreisestrecken für Konzertbesuche auf sich genommen werden, welchen Risiken und welchem Stress sich der ein oder andere für die Organisation von Veranstaltungen aussetzt: dann könnte man auf die Idee kommen, dass da ein Haufen ganz schön Bekloppter zugange ist.

Das stimmt auch, und ich möchte es nicht missen. Trotzdem ist es immer wieder beruhigend festzustellen, dass es in anderen Bereichen Exemplare unserer Spezies gibt, die mindestens nicht weniger seltsam und fanatisch erscheinen. Dabei geht es natürlich nur um vergleichbare Freizeitbeschäftigungen, nicht um nur durch Schweiss und Leid erzeugbare Einkünfte.

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Opulenz à la SPIEGEL ONLINE

Die wöchentlichen CD-Kritiken auf SPIEGEL ONLINE, die unter dem bescheidenen Namen "Die wichtigsten CDs der Woche" erscheinen, bieten in den seltensten Fällen für meinen Geschmack passend scheinende Tipps, und wenn, dann nur - analog zu dem einige Zeit zurückliegenden taz-Artikel - auf Umwegen: SPIEGEL ONLINE-Autor Jan Wigger kaut ebenfalls gerne mal die seit inzwischen fast 30 Jahren etablierten Prog-Vorurteile wieder: Anmaßung, Gefühlsleere, Aufgeblasenheit, Angeberei, das ganze Spektrum halt.

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