Progparade 4 - Karlsruhe, Substage
31.10.2003
Trigon - Alias Eye - High Wheel

Alle paar Jahre wieder trifft sich die Progrock-Community [progrock-dt] zu einem selbstorganisierten Festival, der PROGPARADE. Was einst als Listentreffen der Mailingliste gestartet ist, ist zwischenzeitlich zu einer Institution geworden. Unzählige Listenmitglieder tummelten sich schon auf der letzten PP, gern gesehen natürlich auch immer Leute von außerhalb. Diesmal stand die PP unter einem anderen Stern, trat doch erstmals ein externer Veranstalter, das Substage in Karlsruhe, für die Organisation ein.

Ca. 150 zahlende Gäste zog es ins Substage, als gegen 21 Uhr Trigon auf die Bühne stiegen. Die Lokalmatadoren hatten ziemlich mit einem viel zu lauten Sound zu kämpfen. Besonders als dann als Special noch Udo Gerhards (Nekropolis 23, Scythe) auf die Bühne stieg, machte sich dies auch in ernst zu nehmenden Soundproblemen bemerkbar. Keyboards hörte man eigentlich keine, die Gitarre dagegen um so lauter. Die Kompositionen von TRIGON sind für das ungeübte Ohr allesamt sehr gleichklingend. So tummelten sich im hinteren Bereich des Substage auch etlich Leute. Für die Anhänger ihrer Musik spielten sich die Jungs dennoch den Arsch ab, machten Party und boten zudem einen beeindruckendes Live Erlebnis auf der Bühne. Da ging die Post ab, vielfach groovte es ziemlich gut und man kann alles in allem wohl von einem gelungenen Auftritt reden, wenn auch die Musik nicht jedermanns Sache war.

Als nächstes kamen dann ALIAS EYE auf die Bühne. Eigentlich wollten die Mannheimer schon ihre neue CD dem Publikum anbieten. Leider ergab sich dies aufgrund einer Verzögerung bei der Auslieferung nicht. So konnten die fünf Musiker ihre neuen Songs lediglich live präsentieren. Auch ALIAS EYE hatten mit Soundproblemen zu kämpfen. Keyboarder Vytas beschwerte sich ein ums andere Mal über viel zu leisen Monitorsound, die Keyboards waren auch im Publikum sehr schlecht zu hören. Irgendwas funktionierte da ganz gehörig nicht. Schade. Denn geplagt durch derlei Probleme, merkte man den Musikern an, dass sie nicht in ihrer üblichen Lockerheit aufspielen konnten. Und so wollte auch der Funke nicht wirklich überspringen. Man bemühte sich zwar redlich, die technischen Probleme in den Griff zu bekommen, das führte dann allerdings zu noch mehr Soundbrei. Positiv präsentierte sich jedoch das neue Songmaterial. ALIAS EYE zeigten deutlich, dass sie sich nicht limitieren lassen, boten in den neuen Stücken Einflüsse aus den verschiedensten Stilrichtungen an und machten neugierig auf das neue Album, welches am 13.12.03 im Forum Mannheim dann auch in einer offiziellen Releaseparty präsentiert werden wird.

Dann kamen die Gewinner des Abends. HIGH WHEEL. Soundprobleme hatten die vier Herren nicht (dafür aber die Flöte vergessen), insgesamt war der Sound etwas leiser, und auch das Publikum zogen sie mit ihrer grandiosen Mischung aus anspruchsvollen Arrangements und eingängigen Melodien in ihren Bann. Die Strategie mit einem kurzen und prägnanten Stück (Void) anzufangen ging vollends auf. Das Publikum ging sofort mit, die Musiker spielten sich "warm" und die Party konnte beginnen. In der Tat boten HIGH WHEEL mit zahlreichen Stücken ihrer 4 CDs einen grandiosen Auftritt: Selbstsicher, überzeugend, locker, dazu eine tolle Ausstrahlung. Der Funke sprang über und egal ob es sich um Stücke wie das komplexe 20minütige "There" oder die letzte kurze Zugabe "Gnithons Promise" handelte. Der Applaus an diesem Abend erreichte ungeahnte Ausmaße. Die Euphorie des Publikums war letztlich sogar so groß, dass die Musiker trotz Saallicht und Backgroundmusik nochmal auf die Bühne kommen mussten, um eine weitere Zugabe zu spielen. Jeder, der diese Band noch nicht gehört oder sie live erlebt hat, der hat definitiv was verpasst. Momentan sicherlich eine der besten deutschen Bands!

Gegen 1 Uhr war dann Feierabend! Für alle Beteiligten wird es sicherlich ein schöner Abend gewesen sein. Mal abgesehen von den Soundproblemen gab es nichts zu bekritteln. Nette Leute, dazu reichlich Gelegenheit zum Einkaufen vieler guter CDs und viel Fachsimpelei. Was will das Proggerherz mehr? Eben! [Thorsten Gürntke]

 

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