Kurzrezension

Eder - Und was ist mit mir?

Was mit dir ist, du Album du? Du bist Jazz, da brauchst du gar nicht drumrumreden. Aber weil deine Schöpfer glücklicherweise immer wieder aus den Fenstern der Musikhochschule von Leipzig geschaut haben, bist du kein Jazzalbum geblieben.
Denn dort haben sie gesehen, daß es da draußen so viele Möglichkeiten gibt, Jazz vom oft belanglosen Schwubiwu im Hintergrund (wenngleich wenig hintergründig veranlagt) wegzubringen und ihm durch Hinzufügen von Rock-, Pop- und Improelementen Esprit einzuhauchen.

Mal zeigt er auf dir seine Krallen, oft gibt er sich zahm. Dann wieder fordert er die Konzentration, will, daß dir der Hörer zuhört. Nebenbeihörer magst du nicht, die fliegen in der ersten Kurve raus, denn Geradlinigkeit liegt dir überhaupt nicht. Achja, und ganz nebenbei zeigt er Gefühl.

Deinen Machern ging es bei dir eben nicht um das möglichst abstrakt-schräge Aufbohren jazziger Strukturen. Da versteh ich sie schon richtig, denk ich. Verspieltheit ist Trumpf, Offenheit gewinnt.

Ich bin froh, daß es dich gibt, denn gerade deine kreative Spontaneität als Grundlage erlaubt es deiner Band Eder, deine Stücke live immer neu, immer wieder spannend zu interpretieren.

Und was ist nun mit dir? Ich freu mich auf dein Erscheinen am 9.3. und wünsche dir und deiner Band eine begeisterte Hinhörerschaft, die sich packen und mitnehmen läßt auf frischen, jungen deutschen Jazzrock einer jungen Band mit hoffentlich großer Zukunft.

Dein Julian

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