Kurzrezension

Klark Nova - Zero Music

Huch! Ein rabenschwarzes Album ausgerechnet zu Ostern? – Alles nur Außenfassade, innen gibts das pralle Leben.

Na sowas! Bereits 2001 gegründet, zwischenzeitlich getrennt, veröffentlichten die seit drei Jahren wieder aktiven Klark Nova aus Aachen bereits Ende 2010 ihr Album Zero Music.

"Zero Music"... Welch Tiefstapelei! Hier ist nicht nur überhaupt Musik drauf, hier ist sogar sehr viel Musik drauf! Das Album steckt voller Ideen, die nicht nur kurze Anrisse der das Album inspirierenden Stile darstellen, sondern die in vollwertigen Stücken gut ausgearbeitet werden ohne sich dabei einen Salat nach Proggers Art mit dem üblichen Hausdressing der großen Vorbilder anzumachen und dabei Gefahr zu laufen, manche Zutat überzudosieren. - Fein austariert kommen die Kompositionen stattdessen daher, meist rein instrumentell, eher selten mit – je nach Stück – variabel akzentuiertem Gesang.

Zuhause sind die vier Aachener in aller Herren Musikländer, aber man merkt, daß sie sich in bestimmten Gegenden sehr wohl fühlen und v.a., daß sie (musikalisch) in den Gefilden der 70er geboren wurden: Retro-Hardprog à la Klark Nova bietet Hammondflächen à la Deep Purple, King Crimson'schen Rock-Jazz-Minimalismus à la Lizard, die karge Klangsprache von Van der Graaf Generation à la H to He, die fette Klangsprache des Progmetal à la... ähm... also, die frühen Dream Theater sind es nicht (aber der Progmetal kommt ja eh erst später). So bunt das Design der Tracklist im Inneren des sehr schön gemachten Paperfolds, so bunt geht es auf Zero Music zu.

Im Grunde ist das Albums über seine Gesamtdauer hinweg gar nicht mal so 'proggy': Es ist vielmehr eine tiefe Verbeugung vor den rockmusikalischen Errungenschaften der 70er im Allgemeinen. – Eine liebevolle Hommage an diese stilprägenden Jahren.

Summa summarum: Eine Mischung, die frisch klingt, bodenständig-verwurzelt rüberkommt und der doch in dieser Weise ihre Eigenständigkeit nicht abzusprechen ist. Aus Progsicht würde ich es am ehesten als Retroprog bezeichnen, der in Richtung der musikalischen Intelligenz von Beardfish tendiert. Ich bin mir sicher: Zero Music wird alle Liebhaber des musikalischen Wortschatzes des 70er-Jahre-Rock (und -Prog) ansprechen. – Warum hat man nicht eher was von Klark Nova gehört? Raus aus der Versenkung, Jungs!

— Infos und Musik von Klark Nova gibts hier. —