Kurzrezension

SOT - Kind of Saltz

Aufgrund der eigentlichen Bestimmung dieser Artikelsparte: jetzt auch mit Kurzrezi im Anhang. :)

Der Tubaspieler Lars Andreas Haug bedeutet ein gewisses Alleinstellungsmerkmal des norwegischen Trios SOT (Salt of Tusj), das am 14. Januar sein Debutalbum Kind of Saltz veröffentlicht hat.

Haug wirkte schon vor einigen Jahren bei einigen Projekten des dänischen Schlagzeugers Kalle Mathiesen ("Kalles World Tour", "Megetmeget") mit und bewies v.a. bei letztgenanntem Projekt, daß virtuos gespielte Tuba in Verbindung mit oftmals nicht ganz ernstgemeinten Kompositionen irre viel Spaß machen kann (heißer Tip, vgl. auch die BBS-Rezi).

Denn was könnte schöner sein (und gleichzeitig physisch schwieriger; einen Öltanker mit 30 Knoten durch die Ägäis zu steuern dürfte ähnlich sein), als eine massige Tröte, die man gemeinhin eher von beschaulicher möp-möp-Begleitung bei volkstümlichen Festen her kennt, endlich mal ihr gesamtes Sound-(oh yeah! Sound! Das triffts!) und Dynamikspektrum ausspielen zu hören: ob eher unauffällig im Hintergrund, im aggressiven Stakkato in Panzerballett-Manier oder in unterschiedlichster Weise solierend, der blubbernde Good-Vibrations-Sound ist immer irgendwie, irgendwo beteiligt.

Das Schöne dabei an der Tuba: selbst wenns ihr mal schräg entfleuchen sollte, ihr mütterlich-warm umarmender Grundklang quält einfach nicht das Ohr. Wäre dem nicht eh so, würde in jedem erdenklichen Notfall der Ideenreichtum der Combo Anflüge der Gefühlslagen 'Genervtheit', 'Langeweile', 'Unwohlsein', etc. verhindern, denn nebenbei wird (in aller möglicher Weise) gerockt, gewitzelt, gelounged, soundgescaped.

Schließlich ist Kind of Saltz weit davon entfernt, ein reines Tubaalbum zu sein, viel zu wichtig sind Anders Hunstad am Schlagzeug und Skjalg Reithaug an der Gitarre; viel zu souverän, zu lebendig auch ihr Spiel. Die Dichte des Albums lebt vom Zusammenspiel der drei, ohne einen massiv in den Vordergrund zu stellen.

Und das ist dann auch mit die größte Stärke der Band, nicht auf Anhieb hörbar zu machen, wie komplex die Musik tatsächlich ist.

Fazit:
Zu Risiken und Nebenwir... Vergeßts! - Zappaesker Jazzrock, der saumäßig viel Spaß macht und (ganz nebenbei) made in Scandinavia ist!

P.S. Das Album gibt es ab $5 als Download bzw ab $15 als CD auf dem Bandcamp der Band.



Kurzrezension
Das ist wirklich großer Stoff: keine musikalische Idee erweckt den Eindruck überflüssig zu sein; das Album nimmt sich zu gegebener Zeit zurück und geht zu gegebener Zeit ab wie Sau.
Es sind einfach 10 Titel voller Spaß, Kreativität und ner Menge Ideen, die dicht miteinander verwoben wurden. Trotz aller Komplexität ist es nie anstrengend, unzugänglich oder gar langweilig. - All das, woran ich mich erinnere, wenn ich mich an die Entdeckerfreude zu Beginn meiner 'progressiven Phase' in meinem Leben erinnere. Stark!