Kurzrezension

The Ultimate Tribute To Led Zeppelin

Was kommt dabei raus, wenn ehemalige, abgehalfterte, halbseidene Progressive-Rock-Größen (sic!) wie Keith Emerson, Alan White, Rick Wakeman, John Wetton, Geoff Downes und Billy Sherwood mit Super-Gitarristen wie Steve Lukather, Dweezil Zappa, Rick Derringer, Albert Lee und Walter Trout und vielen anderen bekannten Sessionmusikern mit dem Möchtegern-Sound-alike Michael White ein Album mit klassischen Led-Zeppelin-Songs aufnehmen?

Natürlich nichts Gutes, sondern im Gegenteil erschreckend viel Grauenvolles, jede Menge Überflüssiges und massig Langweiliges. Über den Sinn und Unsinn von Tribute-Alben lässt sich ja nun trefflich streiten, die unterirdische Qualität dieser 'ultimativen' Scheibe ist allerdings wahrlich unbestritten: Dies ist ein ganz besonders krasser Fall von unsinnig und teilweise sogar sehr ärgerlich. Zwar kann man den beteiligten Musikern wohl kaum mangelndes Können vorwerfen, doch sind ihre Interpretationen schlechte, blutleere Kopien der Originale oder, noch schlimmer, sie dienen lediglich als Vehikel für die selbstverliebte Zur-Schau-Stellung der eigenen Technik, so als ob die Progger all ihre Vorurteile über sich selbst bestätigen wollten.

Keine der Interpretationen ist relevant, kaum eine wirklich hörenswert, kurzum: Dies ist das ultimativ überflüssige Led-Zeppelin-Tribute-Album. Wenn man das hier so hört, dann ist es ein Glück, dass Led Zep keine Progger waren...

Wenn wir doch schon einmal dabei sind, können wir ja mal schauen, was wir so alles an LedZep-Tributes zusammenkriegen.

Es gibt da einen nicht immer guten, dennoch interessanten Sampler namens:

Encomium - VÖ 30.06.1990

01. 4 Non Blondes "Misty Mountain Hop
02. Hootie And The Blowfish "Hey Hey What Can I Do
03. Sheryl Crow "D'yer Maker
04. Stone Temple Pilots "Dancin' Days
05. Big Head Todd & the Monsters "Tangerine
06. Duran Duran "Thank You
07. Blind Melon "Out On The Tiles
08. Cracker "Good Times Bad Times
09. Helmet / David Yow "Custard Pie
10. Rollins Band "Four Sticks
11. Duran Duran "Goin' To California
12. Robert Plant / Tori Amos "Down By The Seaside

Teilweise spannende LedZep Songs im Gewand der jeweiligen Performer. 4 Non Blondes ist ganz cool und unterstreicht die Wandlungsfähigkeit von Linda Perry. Sheryl Crowe mag ich eigentlich überhaupt nicht, aber ihr D'yer Maker ist schon cool. Duran Duran gehört eh zu einer der unterschätztesten Bands des Planeten und haben im Grunde das Erbe von Marc Bolan in die 80er und 90er getragen. Sicher, ursprünglich waren sie wohl die Boygroup der 80er, aber auch Boygroups werden ja mal erwachsen. Sie sind nach meinem Wissen auch immer noch aktiv. Thank You ist auch auf gleichnamigen Album zu finden, auf dem sie viele Cover-Versionen in heftigster Glam_Rock-Manier zelebrieren... Das Duett von Robert Plant mit Tori Amos ist sicherlich auch eine Erwähnung wert.

Apropos Tori Amos; die hat ja auch immer mal Live eine LedZep-Song eingeworfen. Aber das coolste "LedZep-Cover", dass ich kenne kommt vom alten Gary Moore, bevor er dachte er wäre ein Blues-Gitarrist... Auf After The Fire (1988, oder?) findet sich ein Stück namens "Led Clones", in dem sich Gastsänger Ozzy Osbourne textlich über all die LedZep-Epigonen der mittleren und späten 80er lustig macht. Basierend auf einem coolen "Page-Riff" und stampfenden Rythmen a la "Kashmir" ist das tatsächlich cool und locker, lustig und unterhaltsam und zaubert mir bis heute ein feistes Grinsen ins Gesicht.

Weitere Kenntnisse über Anlehnungen und Covers der "besten Band der Welt" überlasse ich Euch! Hophop! ;)