Umfrage

Welche Band der klassischen "Big Five" ist Dein Favorit?

King Crimson
44% (7 Stimmen)
Genesis
31% (5 Stimmen)
Yes
13% (2 Stimmen)
Gentle Giant
6% (1 Stimme)
Emerson, Lake & Palmer
6% (1 Stimme)
Teilnehmer: 16

Hm, soweit ich die "Big 5" kenne, wird zu diesen normalerweise Pink Floyd statt Gentle Giant gerechnet. Wenn man im "engen" Prog bleiben will, sind's dann die Big 4 (ohne Pink Floyd).

Ich würde ja auch sagen mit Big4 wäre man auf der sicheren Seite... der fünfte Platz wird ja gerne mal anders belegt, Gentle Giant sind ne Möglichkeit, vielleicht auch Floyd, sicherlich auch Camel, ich würde da VdGG platzieren... VdGG wäre dann auch meine Wahl ;-)

Der Begriff "Big Five" stammt nicht von mir, sondern wird so in der Wikipedia verwendet - und zwar genau in dieser Besetzung. Blame it on somebody else...

Lehrer: "Sal, Du hast falsch bei Deinem Nachbarn abgeschrieben."
Sal: "Dann geben Sie ihm beide schlechten Noten..."

Smart, Boss!

Jethro Tull wäre übrigens auch noch ne Wahl.

Gemeine Fragestellung, die ich eigentlich nur umgekehrt beantworten kann ("Welche Band ist nicht dein Favourit?" - ELP).

Wenn ich jedoch alle Phasen der vorgeschlagenen Bands mit einrechne, peinliche Comebacks und Nebenprojekte so mancher Kandidaten berücksichtige; die durchschnittliche Alben- und Songqualität untersuche; Virtuosität, Innovation, Eigenständigkeit, Kompositionstalent und Atmosphäre miteinbeziehe; kurz: genau drüber nachdenke, komme ich auf den umstrittenen fünften im Bunde - GENTLE GIANT.

...wie wäre es wenn man ELP rausschmeißen würde. Dann wäre Platz für GG und Floyd.
Bei dem ganzen Mist, den ELP neben einigen Glanztaten so fabriziert haben, wäre das durchaus gerechtfertigt.
st64

Was natürlich völliger Quatsch wäre... Pink Floyd gelten nur ansatzweise als Prog, ELP hingegen sind Erz-Progger - im guten wie im schlechten Sinne. Man mag ja zu ELP stehen, wie man will, aber sie aus der Liste der "Big Five" zu streichen, wäre geradezu absurd. ELP waren und sind noch in weiten Kreisen sehr populäre Vertreter des Genres. Wir können uns (leider) nicht nur die tollen Momente des Genres leisten und den Rest als "Müll" entsorgen ... Wir leben mit ELP, Yes-West und Pendragon genauso wie mit Crimso und GG.

Meine Gott, sie habe ja auch nicht nur Müll gemacht... mir fällt bestimmt gleich was ein, was gaaanz toll ist und nicht "Tarkus" heißt.

...ich finde das gar nicht sooooo absurd. Wenn man einmal betrachtet, wie viele Genesis- und Yes-Epigonen es gibt, oder Interpreten, die von Floyd oder Crimso beeinflusst sind, dann ist das Feld derer, die im Fahrwasser von ELP schwimmen doch recht übersichtlich. Ich gehe einfach einmal davon aus, dass "big" im Sinne von einflussreich steht. Ich bin auch der Meinung, dass vieles was so ELP gemacht haben, so gar nicht "Prog" ist, wenn man der üblichen Definition folgt. Vieles ist ziemlich aufgeplusterte Popmusik, die mir sogar teilweise gefällt, mehr jedenfalls als Emersons pseudo-klassischen Ergüsse.

Zweifellos standen sie am Anfang einer Ära, das lässt sich nicht bestreiten, wobei die Eltern von ELP ja Crimso, the nice und atomic rooster sind.

...und ist Dir ausser Tarkus schon was eingefallen?.
Na ja, BSS (in diesem Fall Brain salad surgery) und Trilogy haben auch was.

st64

Puh! Krass die Meinungen hier zu ELP. Woran liegt das eigentlich, dass sie von Progfans so wenig gemocht werden? Manche sie gar nicht zum Prog rechnen? Immerhin analysieren sich die Musikwissenschaftler, die sich mit dem Prog beschäftigen, die Finger wund vor Begeisterung - ganz schlecht oder ganz unproggig kann das Zeug also nicht gewesen sein. Die Alben bis "Brain Salad Surgery" mit dem heimlichen Höhepunkt "Trilogy" gehören mit zu Besten, was unser Genre in dieser Zeit produziert hat, denke ich. Und die Einflüsse sind überall - wenn auch leider nicht in der Harmoniesprache der Nachfolger zu hören. Was dagegen Pink Floyd mit Progressive Rock zu tun haben sollen, ist mir völlig schleierhaft. Erklärts mir!

Hi Nik!

Die Erklärung zu Pink Floyd dürfte in etwa so gehen:

Floyd waren zu einer Zeit als experimentelle Musik erfolgreich war so etwas wie das Aushängeschild der Szene und schafften es wohl als erste Richtung eingängigere Strukturen zu wechseln, ohne das Publikum dabei zu verlieren... Das führte dazu, dass die "Folge-Generation" (also die, die nicht direkt dabei waren) Floyd als Einstiegsdroge in die sogenannte "70er-Jahre-Musik" (welche sich später als Progressive Rock entpuppen sollte) benutzten. Dass Floyds "experimenteller" Teil bei den meisten Einsteigern weniger Berücksichtigung findet, als der "Schlager" ab 1973, spielt bei der Zuordnung dann nur noch eine untergeordnete Rolle...

Zum Thema ELP:

Wer behauptet eigentlich, dass ELP zum Besten des Prog gehört? Nur weil sich Musik-Wissenschaftler die Finger wund schreiben, heisst das doch nicht, dass es hochwertig ist... Kompositionslehre interessiert 9,999 von 10 Zuhörern nicht. Dass allerdings ELP nicht zum Prog gezählt wird, ist mir auch neu und wäre auch quatsch :)
Dass ELP nicht so gemocht werden, liegt imho an ihrem stillosen Auftreten. Der Progger hat es lieber etwas zurückhaltender. Nicht Sex, Drugs And Rock'nRoll war das Emerson-Problem, sondern Glitzer, Selbstdarstellung und Honky-Piano... Das verzeiht der Progger nicht.

Ich finde ELP lustig. Die beiden besten Alben sind natürlich Tarkus und Brain Salad Surgery. Trilogy ist da eher etwas mau, nicht schlecht, aber ohne diesen gewissen (Anti-)Humor, den ein ELP-Album einfach braucht. Love Beach ist da schon deutlich besser :P

Von mir auch noch ein Erklärungsversuch zu ELP:

ELP gehören natürlich unzweifelhaft in die Top10 des klassischen Progs... für mich waren sie sogar sowas wie der Erstkontakt zum Genre (nämlich via "Pictures..." im Musikunterricht am Gymnasium), aber was ganz seltsam ist: Ich finde kaum eine der klassischen Bands hat soviel Musik produziert, die aus heutiger Rück-Sicht altbacken, altmodisch und einfach vergangen klingt. Nur ein paar absolute Klassiker finde ich heute noch einen zeitgemäßen Hörgenuss, aber ganze Alben kann ich mir von ELP einfach nicht mehr anhören, außer "Welcome back my friends...".

Im Hinterkopf schwingt dann sicherlich auch noch die Hybris eines Keith Emerson mit, der auch als ELP schon lange im Bereich des musikalischen Schrotts gelandet waren, immer noch beleidigt reagierte, wenn irgendjemand seine außerordentliche Genialität nicht erkennen wollte. Ich erinnere mich da an ein Interview Anfang der 90er (so um die "Black Moon"-Zeit), glaube ich, in dem sich Emerson bitterlich beschwert, dass während bei ELP-Konzerten ungefähr 2.000 Zuschauer kamen, gleichzeitig bei ZZ Top über 80.000 kamen (in Houston! Also Heimspiel für die Bärtigen...). Und wenn so eine simple Band soviel mehr Zuspruch hat, dann hat die Welt ELP einfach nicht verdient... ehrlich, da fehlen mir die Worte.