Termin
Damo Suzuki (Support: The Void's Last Stand), Köln, 23.04.10
Geschrieben am 09.02.2010 von sal
| Titel: | Damo Suzuki (Support: The Void's Last Stand) |
|---|---|
| Art: | Konzert |
| Am: | Fr, 23.04.2010 |
| Im: | Blue Shell |
| In: | Köln, Nordrhein-Westfalen |
| Link: | Damo Suzuki Homepage |
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"Gegen halb 8 in Köln, die Sonne legt ihre letzten Strahlen auf die Stadt und ein sommerlicher Frühlingstag neigt sich dem Ende. Vor dem Blue Shell hat sich eine lose Menschenmenge rauchend und Bier süffelnd zusammengefunden, auf das anstehende Konzert wartend. Eine kleine Schlange bewegt sich gemächlich in die legendäre Bar/Club(angeblich wurde Frank Zappa mal der Eintritt verweigert) im Quartier Lateng. Am Türsteher/Ticketverkäufer vorbei, stellt man fest, dass keine Eile geboten ist. Wenige Gestalten bevölkern die Teke, beschäftigen sich mit den aufgestellten Instrumenten oder begutachten die kleine Ansammlung käuflicher Memorabila(T-shirts und CDs). Der Rest scheint nach Erhalt ihres Stempels wieder nach draußen geflüchtet zu sein um ein vergünstigtes Bier am Kiosk zu schnappen, zu rauchen(während des Konzerts verboten) und die letzte Abendsonne zu genießen. Dies wird dann auch in Angriff genommen, zumal der Türsteher, ohne Gewähr, darüber informiert, dass es noch bis 9 dauern könnte, bis The Voids Last Stand beginnen. Diese finde ich dann auch, Bier trinkend und rauchend, draußen in mitten eines Völkchens von 40ern bis Mitte 50jährigen wieder, zusammen mit der Band und wenigen Einzelpersonen drücken wir den Schnitt auf vielleicht Mitte bis Ende 30. Damo stößt auch hinzu und begrüßt freudig ein paar alte Bekanntschaften. Peu a peu trudelt noch der ein oder andere vorbei, unter anderem auch Hella von Sinnen inklusive einer gut gelaunten Lesbischen Entourage, bis die Mitglieder der Band ins innere verschwinden und das Wort die Runde macht, dass der Beginn(mittlerweile ist es schon 21 h)unmittelbar bevorstehe.
Die Crowd drängt sich somit Kippen und den letzten Durst löschend ins Innere und positioniert sich nach persönlicher Vorliebe(die von Hella besteht aus einem Barhocker in erster Reihe). Das Blue Shell ist zu ca. 70% ausgelastet.
The Voids Last Stand lassen sich nicht lumpen und beginnen mit einem jazzigen Rockbeat. Poweriffs treffen auf eine feine Leadguitar, während der Bass den Rhytmus schwingt. Die Drumbeats kommen mit Power und wechseln im Akkord, zu der sich ständig verändernden Gitarrenmelodie. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente vom feinsten. Vor allem die Leadguitar gefällt. Beeindruckend ist auch die musikalische Vielfalt, nach kurzer Aufwärmphase wird munter von Jazz bis Rock, funkigem Einschlag, klassischen Loops gewechselt. Kein unbedingt entspannter Sound. Man muss sich konzentrieren, es gibt einige Teile die anstrengender sind, andere die sich leichter hören lassen. Technikliebhaber kommen auf ihre vollen Kosten. Der Groove kommt jeoch nicht unbedingt immer rüber, vor allem der Sänger hat eine gewöhnungsbedürftige Stimme(auf Youtube kam ich besser drauf klar), vorstellbar ist, dass da ein At the drive in/Mars Volta Fan am Mike ist. Ein Teil des Publikums hat sich kurz auf ne Fluppe nach draußen verzogen, warten auf Damo.
Dieser legt dann, nachdem The Voids ihren Auftritt nach ca. 1 Std. beendet haben und eine kurze, noch mal auf 2 Zigarretten und Kölsch Zeit nach draußen, Pause unverblümt los. Als ob in einen Jungbrunnen gefallen/Koks genommen(eher das erste) peitscht Damo sich in der Manier eines alten Karatemeisters, die Band und die Menge durch ein 1 ½ stündiges Rockkonzert. Ständig am Mike sich klammernd, den Kopf im Takt oder je nach Feeling exstatsisch schüttelnd singt, schreit und flüstert er zum Spiel von The Voids Last Stand. Diese haben nun umgestellt, spielen langsamere, sich schleppende Rhytmen und legen dann gut getimed den Wechsel oder Lyc dazu. Erstaunlich was für eine Kondition die Beweisen. So manch Musiker dürfte nach dem ersten Set geplättet sein, nicht the Voids Last Stand, prügeln weiter munter drauf los und erzeugen einen harten, verspielten Groove, man sieht allen Musikern auf der Bühne den Spaß am Jammen an. Die Performance vermischt sich zu einem Gesamtkunstwerk, von dem man nicht mehr weiß, wo oder was vorne oder hinten ist, vergessen, der Weg ist das Ziel. Abrupt ist es dann vorbei, Damo bedankt sich kurz, ein zufriedenes Grinsen im Gesicht, um dann durch das Publikum zur Bar zu stürmen. Das sich bildende Spalier klopft ihm gratulierend auf die Schultern. Alle scheinen erschöpft- glücklich. Das war mehr als eine bloße Zeitreise, Damo Suzuki und The Voids Last Stand legen eine Performance hin die sich vor dem 21 Jahrhundert nicht verstecken braucht."
Verfasser: Jesse L.