Termin

Electric Moon & Oozing Goo, Darmstadt, 27.01.12

Titel:Electric Moon & Oozing Goo
Art:Konzert
Am: Fr, 27.01.2012
Im: Schlosskeller
In:Darmstadt, Hessen

Powerprog à la ELP auf Speed und neokrautige Psychedelic - passt das zusammen? Die Antwort auf diese drängende Frage gibt es am 27.1.2012 im Darmstädter Schlosskeller!

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Recht erklecklich war die Schar, die sich im Darmstädter Schlosskeller eingefunden hatte, um zwei Bands zu lauschen, die musikalisch eigentlich gar nicht zueinander passten. ELP auf Speed vs. bekiffter Krautrock, so könnte man den Abend zusammenfassen.

Unter den Zuschauern war auch ein harter Kern Freakshow-gestählter Hörer, die bereits den furiosen Auftritt von Oozing Goo im März 2011 in Würzburg zu erleben das Vergnügen hatten. Ein kurzer Plausch mit Tastenmagier Louis Rastig über die geplante Debüt-CD der Berliner ging dem Konzert voran (Inhalt im News-Bereich dieser Seiten). Kaum legten die drei (neben Tasten nur Bass und Schlagzeug, nachdem in den letzten Monaten diverse Gitarristen kamen und gingen) los, war alsbald klar: dieser Auftritt stellte das - schon sehr beeindruckende - Konzert in Würzburg locker in den Schatten. Entfachten sie dort bereits einen Sturm, war es nunmehr ein Orkan, der den Hörern ins Gesicht blies und das altehrwürdige Schloss in seinen Grundfesten erschütterte. Wie im Wahn hämmerte Louis Rastig auf sein Instrumentarium ein, in Lichtgeschwindigkeit purzelten die Töne heraus, dazu gab's die abenteuerlichsten Verrenkungen. Nicht nur der Musik, sondern auch des Körpers des Herrn Rastig, der offensichtlich komplett aus Gummi besteht. Seine Mitspieler waren dabei keineswegs nur Beiwerk, sondern setzten mit knackigen Bassläufen und manischem Getrommel selbstbewusste Akzente. Höhepunkt war ein als "Powerballade" angekündigtes Stück, das langsam eine geradezu unerträgliche Spannung aufbaute. Endlos lang schien mir dieses Stück und doch viel zu kurz.

Da hatten Electric Moon einen schweren Stand hinterher. Aber auch diese Band, als Trio in der rockmusikalischen Basisausstattung (Gitarre, Bass, Schlagzeug) wusste zu gefallen und nahm die Zuhörerschaft vom ersten Ton an mit auf einen Trip in selige Krautrock und Psychedelic-Zeiten. Oder, um es mit den Worten eines anderen Zuschauers auszudrücken: "So müssen die allerersten Konzerte von Pink Floyd geklungen haben". Besser kann man's kaum formulieren. Endlose Gitarrenimprovisationen und hypnotischer Songaufbau (vulgo: alle 10 Minuten ein anderer Ton) versetzten in einen Zustand, den man ansonsten nur mittels illegaler Substanzen erreichen könnte. Leider erzwangen Verpflichtungen des nächsten Tages ein vorzeitiges Gehen des Rezensenten; einen Konzertabend mit zwei Bands um 22:45 Uhr zu beginnen, ist vielleicht doch keine so gute Idee. Ich hoffe bei beiden Bands auf ein Wiedersehen!