Termin

Freakshow Artrock Festival 2010 – Part II, Würzburg, 25.09.10

Titel:Freakshow Artrock Festival 2010 – Part II
Art:Konzert
Am: Sa, 25.09.2010
Im: Posthalle
In:Würzburg, Bayern

GALERIE 03 / FREAKSHOW präsentiert:

FREAKSHOW ARTROCK FESTIVAL 2010 – PART II
WÜRZBURG

"ROCKMUSIK FÜR FORTGESCHRITTENE"

POSTHALLE, BAHNHOFSPLATZ 2, 97070 WÜRZBURG
ALLE KONZERTE SIND BESTUHLT!!!
EINLASS: 12:00

KONZERTBEGINN: 13:00

ARANIS (featuring DAVE KERMAN on drums): www.myspace.com/aranis

SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM www.myspace.com/sleepytimegorillamuseum

MAGMA www.myspace.com/magmaofficial

KONZERTENDE: 21:00

IM ANSCHLUSS AN DIE KONZERTE FINDET EINE FREAKSHOW-FESTIVAL-PARTY MIT MUSIK AUS 40 JAHREN HARD & PROGRESSIVEROCK IM “IMMERHIN” UNTER DER POSTHALLE STATT. DER EINTRITT IST FÜR FESTIVALBESUCHER FREI!!!

VORVERKAUF:

VIP- & FANSOLIDARTICKET (DIE SITZPLÄTZE 1-100 IN DER REIHENFOLGE DES BESTELL- UND BEZAHLEINGANGS): 60.- EURO

FESTIVALTICKET: 50.- EURO

STUDIERENDE, AUSZUBILDENDE UND ALG-II-EMPFÄNGER: 40.- EURO
JUGENDLICHE BIS 21 JAHRE: 30.- EURO

TICKETKAUF PER E-MAIL:
BITTE BESTELLUNG PER E-MAIL SENDEN, DANN DEN ENTSPRECHENDEN BETRAG AUF FOLGENDES KONTO ÜBERWEISEN:
k.-h. heidenreich
kto: 218 6161
blz 790 500 00
spk mainfranken

NACH ZAHLUNGSEINGANG BEKOMMT IHR EINE BESTÄTIGUNGSMAIL, DIE IHR BITTE ZUM FESTIVAL MITBRINGT. DIE TICKETS WERDEN NICHT VERSCHICKT, SONDERN LIEGEN AM EINGANG FÜR EUCH BEREIT.

TICKETS AN DER TAGESKASSE MIT 20 % AUFSCHLAG

TICKETINFO und VORVERKAUF: freakCha@aol.com

WIR SEHEN UNS

Das Event findet wohl doch in der Franz-Oberthür-Schule statt (siehe http://artrock-festival.de/) und nicht in der Posthalle.

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So, dann will ich mal ein paar Zeilen zur zweiten Ausgabe der Freakshow 2010 schreiben...

Zunächst zu den Rahmenbedingungen: Leider musste die Veranstaltung kurzfristig von der innenstadtnahen Posthalle in die innenstadtferne und nur mit Abstrichen konzerttaugliche Aula der Franz-Oberthür-Schule verlegt werden. Der Grund ist mir nicht bekannt, wenn ich es richtig verstanden habe, hat die Posthalle von der Stadt Auflagen bekommen und musste vorerst alle Veranstaltungen streichen. Auch die Getränke- und Essensverpflegung vorort fiel damit ins Wasser. Da das Festival an einem Samstag stattfand, konnte man sich dennoch in naheliegenden Läden oder Pizzerien ganz gut versorgen, und da Freakshows ohnehin immer auch einen gewissen Do-it-yourself-Charakter haben, dürfte dieser Umstand wohl auch kaum jemanden gestört haben. Die Besucherzahl konnte sich sehen lassen, der Saal war weitgehend gefüllt - was nicht zuletzt auch an zahlreichen Besuchern lag, die nur wegen Sleepytime Gorilla Museum oder Magma angereist waren. Angenehm fand ich auch, dass nur drei Bands gespielt haben und das Festival eintägig stattfand. Das kommt nicht nur der Aufmerksamkeitskapazität entgegen, sondern beschert allen Auswärtigen auch einen geringeren Anreise-, Kosten- und Zeitaufwand. Vielleicht auch ein Grund, warum sich diesmal so viele Leute nach Würzburg begeben haben.

Insgesamt kann man sagen, dass der Ablauf des Festivals ziemlich reibungsfrei vonstatten ging. Dem Bandaufgebot, sicherlich eines der spannendsten in der Freakshow/parade-Geschichte, wurde die ungünstige Akustik der Aula natürlich nicht gerecht, dennoch wurde das Bestmögliche daraus gemacht. Auch das schlechte Wetter kam der Freakshow entgegen, sodass es im Saal einigermaßen dunkel war und nicht wie bei Present im letzten Jahr die Sonne hereinschien. Zu den einzelnen Bands:

ARANIS
Der Sound war für Aulaverhältnisse gut, der Auftritt selbst souverän. Aranis sind nach wie vor großartig, sehr sympathisch und definitiv eine Band mit Zukunft. Ich persönlich bin, offensichtlich im Gegensatz zu den meisten anderen, mit dem neuen Material nicht ganz warm geworden, irgendwie erscheint es mir stellenweise etwas gleichförmig. Gerade die helleren, eingängigeren und teilweise fast folkigen Passagen der ersten beiden Alben bzw. des letzten Freakshow-Konzerts haben mir als Auflockerung gefehlt, und für den düster-vertrackten Kammerprog, den Univers Zero und Co. perfektioniert haben, fehlt den Aranis-Stücken noch ein wenig die innere Spannung und Dramatik. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Aranis sind immernoch meilenweit davon entfernt, auch nur ansatzweise langweilig oder schlecht zu sein, und an dem Konzert selbst gab es absolut nichts auszusetzen.

SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM
Was soll ich dazu sagen - das war mein drittes SGM-Konzert, es war wieder anders als die ersten beiden und wieder jenseits von Gut und Böse, und das meine ich absolut positiv. Hier wurden Spannungen aufgebaut, die den Hörer in den Sitz gepresst und gelähmt haben, wurde auf höchstem Niveau gelärmt, dass einem Angst und Bange werden konnte und einen mal wieder alles vergessen ließ, was im konventionellen Sinne als heftige Musik bezeichnet wird. SGM bleiben eine der eigenständigsten, souveränsten, zuverlässigsten und originellsten Bands überhaupt, führen den Begriff "progressiv" in bester Weise zu seiner eigentlichen Bedeutung zurück. Sie decken mit ihrer Musik ein Spektrum ab, das kaum breiter sein könnte, vereinbaren so ziemlich alles, was an Musik spannend sein kann, und verweben das Ganze mit ihrer Bühnenshow, ihren Artworks, Videos und so weiter zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk. Und so ganz nebenbei zeigten die Musiker vor und nach ihrem bizarren, grotesken, dadaistischen, kafkaesken Auftritt (und was weiß ich noch alles) einmal mehr, was für bodenständige und umgängliche Leute sie sind. Fazit: In jeder Hinsicht ganz, ganz, groß. Daran konnte auch der in den lauten Passagen leider etwas breiige Sound nichts ändern, der sich vermutlich aber kaum vermeiden ließ.

MAGMA
Eine zwiespältige Angelegenheit. Den Auftritt im November 2008 fand ich absolut spitze, da stimmte eigentlich alles. Diesmal bekam das Ganze einen etwas faden Beigeschmack. Ich fand es nicht weiter schlimm, dass die Leute vor dem Soundcheck aus dem Saal gebeten wurden, da ich durchaus nachvollziehen kann, dass manche Künstler ihr Publikum lieber vor vollendete Tatsachen stellen möchten. Auch die Länge des Soundchecks lässt sich vielleicht mit der schwierigen Akustik der Aula entschuldigen. Die Verzögerung des Konzertbeginns nach Charlys Ansage fand ich zwar seltsam, störte mich aber auch nicht weiter.
Der Auftritt an sich war auch klasse, der Sound in Ordnung. Wo letztesmal allerdings mit meinem heimlichen Magma-Favorit Köhntarkösz eröffnet wurde, bekam man diesmal unfertige, unausgegorene und wenig spannende Fragmente neuer Kompositionen geboten. Das 7minütige, weitgehend strukturfreie und völlig unnötige Fender Rhodes-Solo gab dem Ganzen den Rest - das war nix! Glücklicherweise spielten Magma an zweiter Stelle eine zügige, aber vollständige Version von Emehntehtt-Re, bei der die spezielle Magma-Magie endlich aufkam und die das Konzert vor der Mittelmäßigkeit bewahrte. Allein hierfür hat sich die Geduld gelohnt! Sehr schade war allerdings, dass die Band diesmal keine Zugabe spielte, und die Begründung, man bekomme sonst nichts mehr zu essen, fällt wohl auch in den Bereich "mythes et légendes". Das muss nun wirklich nicht sein, erst recht nicht, wenn man bedenkt, welche Gage diese Band verlangt. Wenigstens eine 5minütige Zugabe wäre eine nette Geste gewesen. Beim guten Monsieur Vander scheint nach dem seit inzwischen mehr als 40 Jahren andauernden Trip durch sein eigenes Universum doch ein wenig die Bodenhaftung verloren gegangen zu sein. Was solls, die Magma-Maniacs waren glücklich, auch diverse SGM-Mitglieder flippten hinter den Tanzabsperrungen (richtig gelesen) herum. Wie gesagt: Zwiespältige Angelegenheit.

Fazit:
Meine bisherige Freakshow-Erfahrung seit 2004 lehrte mir: Kein Festival ohne absolutes Highlight. Dieser Titel ging in diesem Jahr zum dritten Mal an SGM. Auch die beiden anderen Konzerte haben sich unterm Strich gelohnt. Und dann wäre da noch die tolle und freundschaftliche Atmosphäre, die ich sicherlich nicht mehr gesondert erwähnen muss. Ich glaube, das war meine mittlerweile 10. Freakshow/parade, und definitiv eine der Besten. Wie immer riesiger Dank an Charly für einen unvergesslichen Konzerttag, ich freue mich auf hoffentlich noch viele spannende Freakshows!