Termin

SchnAAk, Würzburg, 17.05.11

Titel:SchnAAk
Art:Konzert
Am: Di, 17.05.2011
Im: Cairo
In:Würzburg, Bayern

Das deutsche Avantrock-Duo präsentiert auf seiner Mitteleuropatour sein neues Album. - Ordentliche Ohr(sch)tritte für das an diese gewöhnte Würzburger Publikum inklusive!

Zum MySpace von SchnAAk

Beginn: 21 h

5

Meine Güte, was für eine Erleichterung! Was für ein Glück, daß bereits knapp acht Monate nach ihrem letzten Besuch in Würzburg SchnAAk dem verzweifelnden Autor wieder die Möglichkeit gaben, das damalige, raumakustisch bedingt komplett verwaschene Konzert endlich vergessen zu machen.

Und wie! "Zündkerze im Motor des Wahnsinns" hab ich woanders in ner Konzertankündigung über SchnAAk geschrieben, als sie als ‚Vorglüher’ für Zs fungierten. Pustekuchen! SchnAAk sind als Selbstzünder der Motor des Wahnsinns selbst!! Mit beeindruckender Ideenfülle übertragen sowohl der gute Johannes Döpping am SCHLAGzeug, als auch sein kongenialer Bandkollege, der ebenso gute Matthias Jähnig an der E-Klampfe über ihre Kurbelwelleninstrumente das ungeheure, kreative Drehmoment aus Kraft, Schrägheiten, Spielwitz direkt in die Gehörgänge des nach dem SchnAAkschen Dieselgebräu lechzenden Hörers.

Denn: SchnAAk sind DAS Power-Avantrock-Duo Deutschlands! Da gibt es gar nix dran zu rütteln; zwar versteigen sich die beiden immer wieder in Angejazzt-Improvisiertem, aber die akustischen Drehmomentspitzen wirken in den brutalst avantrockenden Teilen. Ihr Synthiebands, ihr Prodigies, packt ein, den SchnAAkschen Riesenwumms kriegt ihr nicht hin! Derart fette Schlagzeug-Inszenesetzung erlebt man eben nicht oft, und das, obwohl Döpping eben nicht einen auf fetten Macker hinter seinem Potenzmittel macht, sondern sein Schlagwerk virtuos, lebendig, feinsinnig, und sehr phantasievoll bedient mit allem was dazugehört – Glöckchen, Metalleimer, Xylophon, E-Drums eingeschlossen.

Um den Vergleich mit meinen Lieblingen von Oozing Goo zu bemühen: Wo einem diese die Vollgas-Schweineorgel um die Ohren hauen, da erzeugen SchnAAk ebensolchen Overkill. – Allerdings als Avantgarde-Komposit, das jedoch auch - und das sehr beeindruckend - durch seinen hohen Dynamikumfang glänzt, die Lautstärke-/’Melodie’-/Komplexitäts-Dominanzanteile der zwei Künstler virtuos hin- und herschiebend. Das kommt nicht nur in ausgedehnten Live-Longplayern zum Tragen, sondern ebenso in den kürzeren, auf den CDs vorzufindenden Titeln, dann eben in komprimierter Form.
"SchnAAk spielen wuchtigen, kantigen, dreckigen Avant-Noise-Rock mit Spass inne Backen, grösstmöglicher Brutalität und trotzdem weit entfernt von unhörbarem Rumgeplinge" schreibt Fix Sadler auf den BBS. Dies sei abschließend vollstens unterstrichen.

P.S. SchnAAk würde ich gerne mal zusammen mit anderen, ähnlich angelegten Powerduos jammen hören. Talibam! und Good for cows böten sich da förmlich an. Charly – wie wärs? :)

P.P.S. Wie? Das ist gar kein Konzertbericht, sondern bestenfalls eine Bandbesprechung? – „Ja und?“ sag ich da nur: theoretisch beschreiben läßt sich SchnAAk nicht! Müßt ihr schon selber hingehen! :)