Termin

Sean Noonan's "Brewed By Noon"-Trio, Würzburg, 01.03.09

Titel:Sean Noonan's "Brewed By Noon"-Trio
Art:Konzert
Am: So, 01.03.2009
Im: Omnibus
In:Würzburg, Bayern

Sean Noonan's "Brewed by Noon" Trio, 18:00 Uhr, Omnibus, Theaterstr.10

mit Jamaladeen Tacuma (b), Matt Manieri (viola), Sean Noonan (dr)

http://www.myspace.com/brewedbynoon
http://www.noonansmusic.com/index2.html

"Downtown-New-York-Ethno-Core at its best!"

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Würzburg war mal wieder eine Reise wert (wie meistens, wenn Charly H. zur Ohrenfreuden ruft). Allerdings war ich diesmal etwas skeptisch, denn "Ethno-Fusion", so wie Sean Noonans Projekt angekündigt war, kann ja auch schnell mal in unerträgliche Langeweile ausarten... aber hier keine Gefahr ;-)

"Brewed by Noon", wie Sean Noonans Formation richtig heißt, bestand an diesem Abend 'nur' aus ihm selbst am Schlagzeug sowie Legende Jamaaladeen Tacuma am Bass und Aram Bajakian an der Gitarre. Also Power-Trio statt Mini-BigBand wie auf den Studio-CDs. Leider damit auch kein Viola-Spieler, aber sei's drum, das tat dem Vergnügen keinen Abbruch. Noonan betrat die 'Bühne' eingehüllt in einen goldfarbenen Boxer-Mantel, schließlich heißt sein letztes Werk "Boxing Dream" und widmet sich unter anderem seinem Idol Rocky ;-)... ja, der Mann ist nicht nur ein Schelm, sondern auch ein völlig Wahnsinniger, wie sich sofort beweisen sollte, als er hinter dem Drumkit Platz genommen hatte und loslegt, als gäbe es kein morgen. Was für ein Schlagzeuggewitter! Mit einem überschaubaren Set - HiHat, Snare, Pauke, Bassdrums, 2 Tom, drei Becken, entfachte Noonan einen geradezu apokalyptischen Percussionsturm, unglaublich. Selbst mit Jazz-Besen bewaffnet drischt er noch wie Berserker auf die Felle ein. Gut, dass das Drumkit gut verschraubt und auf einem Teppich postiert war, sondern hätte er das Ding ins Publikum gefeuert. Zwischendurch gab's bestimmt mal 10 Sekunden, in denen Noonan Ruhe gab oder mal einen lyrischen Ton spielte, aber dann wurde er schon wieder unruhig und weiter ging's, voll auf die Zwölf. Für Schlagzeuger sicherlich ein beeindruckender Abend, aber auch für mich, so ein Feuerwerk habe ich echt noch nicht live gesehen.

Da ließen sich seine beiden Mitstreiter nicht lumpen... Tacuma zeigte mal eben, wer hier der Groove-Gott ist und lies die Basssaiten nur so springen, mal rockig, mal funky, mal tribalmäßig, klasse. Und der junge Bajakian lies ein ums andere Mal die E-Gitarre infernalisch kreischen, wimmern, jubeln, röcheln... mit einer schier unglaublichen Anzahl an Effekten, die er trittsicher über Pedale aktivierte.

Fazit: Knapp zwei Stunden musikalischer Wahnsinn, avantgardistische Lärmorgien, ausgeflippte Percussion-Bass-Gitarre-Unisono-Spiele, verrückte Rhythmen, eben die Vollbedienung... Zwischendurch gabs ne kleine Verschnaufpause zum Erwerb von CDs und zum Plaudern mit den Musikern, nette Jungs alle drei. Noonan gab dem Ganzen durch Ansagen, kleine Geschichten zu den Songs und Sprechgesänge noch einen gewissen Rahmen (wir befanden uns übrigens auf einer kleinen Weltreise von Massachusetts nach Schottland über Texas nach Griechenland). Horrido!

Der "Omnibus" in Würzburg ist übrigens genau die Lokation für ein solches Konzert... ein Keller mit alten Steingewölben, da lässt sichs gut abrocken. Der Besuch war wie vermutlich erwartet, ich habe nicht gezählt, aber es dürften so 20 bis 30 Gäste vor Ort gewesen sein.