Termin

The Mighty Mouse & PAK, Würzburg, 11.11.11

Titel:The Mighty Mouse & PAK
Art:Konzert
Am: Fr, 11.11.2011
Im: Immerhin
In:Würzburg, Bayern
Link:FreakShow-Homepage

Ich zitiere der Einfachheit halber aus Charlys Newsletter:

"...from experimental nu-jazz to noisy mathcore-mayhem..."

THE MIGHTY MOUSE (den/nor)

Morten Pedersen - Piano
Adam Pultz Melbye - Kontrabass
Håkon Berre - Drums
http://youtu.be/Pq1D9wKdOSc
http://youtu.be/edOjCpNfaDY

PAK (us)

Ron Anderson - guitar, bass
Keith Abrams - drums
http://youtu.be/4X0Rkc68NEI
http://youtu.be/xTFy4cjmCqM

Während die Jungs von THE MIGHTY MOUSE sich auf ein etwas experimentelleres Standardtrioformat mit Kontrabass, Piano und Schlagzeug spezialisiert haben, rückt der bereits mit FRED FRITH und mehrfach mit den RUINS zugange gewesene amerikanische Multiinstrumentalist, auf dieser Tour nur mit Schlagzeuger "bewaffnet", dem Avant- bzw. Mathrock oder auch Jazzcore der letzten 20 Jahre zu Leibe.

Beginn: 21 h

5

Gut 15-20 Leute können es gewesen sein, die sich im Würzburger Immerhin, dieser Kreuzung aus Tiefgarage und Atombunker, eingefunden hatten, um sich wieder einmal von außergewöhnlichen Klängen verzaubern zu lassen. Und sie wurden nicht enttäuscht, so viel vorweg!

Zunächst betrat das dänisch-norwegische Trio The Mighty Mouse die Bühne, das in klassischer Jazzbesetzung mit Klavier (elektrisch), Schlagzeug und Kontrabass (akustisch) aufspielte. Ich muss sagen, dass ein in den Tagen vor dem Konzert herumgeschickter Videoschnipsel mit nicht hundertprozentig überzeugt hatte, klang er (in meinen Ohren) doch nach recht traditionellem Jazz... aber weit gefehlt! Klar, es war Jazz und kein Rock, und Elemente von traditionellem Jazz waren vernehmbar, aber das Trio durchbrach dessen Grenzen immer wieder zugunsten kantigerer Avantgarde-Klänge, die freilich nicht so laut und stürmisch daherkamen, wie man es aus der Freakshow-Reihe eigentlich gewohnt ist. Die langen Improvisationen (?), die sich oft aus extrem ruhigen Anfängen entwickelten - manchmal war es nur ein sanftes Wischen mit Lappen und ähnlichem über das Schlagzeug - lebten von virtuosen Darbietungen aller drei Musiker. Optischer Blickfang war dabei der Herr am Kontrabass, der wieselflink über die Saiten seines Instruments huschte, selbiges mit oder ohne Bogen bearbeitete, oft mit dem ganzen Körper im Einsatz war und dabei deutlich vernehmbare, wie hyperventilierende Geräusche von sich gab. Beeindruckend! Aber ob diese Musik auch auf Tonträger, ohne diese optische Komponente wirken würde? Über diese Frage sinnierend, verzichtete ich auf deren Erwerb. Vielleicht ein Fehler?

Nach kurzer Umbaupause erklommen PAK die Bühne. Eigentlich spielen sie in größerer Besetzung, die Kosten des Transatlantikfluges erlaubten jedoch nur den Auftritt als Duo mit Ron Anderson am Bass (und sporadischen Gesangseinlagen) und Keith Abrams am Schlagzeug. Ich hätte ja nie gedacht, dass ich so etwas einmal schreiben würde, aber: manchmal haben ökonomische Zwänge doch etwas Gutes. Denn das Rumpfduo lieferte ein umso intensiveres Erlebnis, ein Feuerwerk an harten, kantigen, komplexen Klängen, prügelte erbarmungslos auf die Gehörgänge der Anwesenden ein und rief allgemeine Begeisterung und seliges Grinsen auf vielen Gesichtern hervor. Nach diversen Zugaben des Duos überließ ich Mr. Anderson mit Freuden mein sauer verdientes Geld im Austausch für silberne Scheiben, die voll mit derartigen wunderlich-wunderbaren Klängen stecken... aber davon muss an anderer Stelle erzählt werden.

PAK war sicherlich ein Höhepunkt in der Geschichte der Freakshow-Konzerte (die ja eigentlich nur aus Höhepunkten besteht, aber das war ein besonders hoher), für den 5 Sterne eigentlich viel zu wenig sind. Wo immer die beiden noch auftreten werden (ihre Europatour geht noch bis Ende November): kommet in Massen!