Termin

Upsilon Acrux, Würzburg, 10.09.09

Titel:Upsilon Acrux
Art:Konzert
Am: Do, 10.09.2009
Im: Café Cairo
In:Würzburg, Bayern

Den Termin werde ich mir mal vormerken... die wollte ich schon immer mal live sehen ;-)

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Auf das Konzert von Upsilon Acrux hatte ich mich gefreut wie ein Schneekönig... aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...

Um 21:00 Uhr sollte es losgehen, ab 20:30 Uhr sollten die Pforten des Kulturzentrums Cairo (früher Café Cairo) geöffnet werden. Also war ich so gegen 20:15 Uhr (kein Verkehr auf der Autobahn) vor Ort... ziemlich genau zeitgleich mit dem Bandbus von Obstacles aus Dänemark, die überraschend als Vorband angekündigt waren. Nun, dass lies schlimmes befürchten... so war es dann auch. Obstacles begannen ihr Equipment auf die Bühne zu verfrachten, aufzubauen und mit dem Soundcheck zu beginnen. Als das alles erledigt war, zeigte die Uhr kurz vor halb zehn. "In zehn Minuten geht es los" meinte ein Mädel von den völlig hilflosen und irgendwie überforderten Veranstaltern (die wussten nicht mal, wieviel Eintritt sie geplant hatten... *kopfschüttel*).

Nun denn, gegen 21:40 Uhr legten Obstacles dann tatsächlich vor etwa 30 Zuschauern los. Und Überraschung: Die Dänen waren richtig gut! In der Besetzung Gitarre - Bass - Schlagzeug - Keyboards entfachten die vier Jungs ein höllisch lautes, dichtes, fettes Riffgewitter, welches mit Urgewalt über die Hörer hinweg brauste. Trotz der infernalischen Lautstärke (solche Boxentürme hatte ich im Cairo auch noch nicht gesehen) war der Sound erstaunlich differenziert. Der Bass trat einem ordentlich in den Magen, der Schlagzeuger bearbeitete sein minimalistisches Set kreativ und virtuos und Gitarrist und Keyboarder lieferten sich schrille Kreisch- und Feedbackduelle. Wobei der Gitarrist gelegentlich zu einer Art Sequencer griff und dann zusammen mit dem Keyboarder spacige Jaulorgien einleitete. Insgesamt lieferten Obstacle gut 40 Minuten kraftvolle Musik irgendwo zwischen rifforientierten Hard Rock, metallischem Spacerock und knackigem Postrock ab.

Danach Umbaupause... zwar relativ schnell erledigt, aber es war halt trotzdem schon gegen 22:45 Uhr als Upsilon Acrux auf der Bühne standen. Damit war klar: Es würde kurz werden, denn im Cairo muss um Mitternacht Schluss sein. Upsilon Acrux - in der Besetzung des aktuellen Albums, zumindest was die Instrumentierung anbelangt - legten denn auch gleich konzentriert los. Mit mathematischer Präzision schoss die Band ihre Gitarrenarppegien und -riffs auf die Zuschauer ab. Im Hintergrund flippte der Schlagzeuger völlig aus und der Moogspieler ließ sein Gerät Pfeifen, Rauschen und Jaulen, dass es eine Freude war. Allerdings... bei aller Begeisterung und Faszination über das rasend schnelle und exakte Spiel von Upsilon Acrux, es kam nicht so recht Stimmung auf. Zu kühl und technisch kamen die Jungs 'rüber und zeigten auch bis auf den Schlagzeuger, der wirklich an seine physischen Grenzen ging, kaum eine Regung. Gut, vielleicht war man auch wegen der langen Wartezeit etwas angefressen (die Jungs von Upsilon Acrux waren nämlich schon vor den Dänen vor Ort). Nach einer Stunde Riffgewitter war dann auch Schluss. Das inzwischen stark zusammengeschmolzene Zuschauer-Häuflein versuchte dann auch gar nicht mehr eine Zugabe heraus zu holen, sondern trollte sich seiner Wege (nicht ohne ein paar CDs einzusacken allerdings).

Tja, Chance vertan würde ich sagen... Obstacle waren eine Überraschung und haben mir richtig gut gefallen (zum Dank habe ich auch deren EP erworben). Upsilon Acrux waren eine leichte Enttäuschung, aber die Umstände waren wie beschrieben auch nicht die Besten. Schade, dass die Veranstalter - das war anscheinend diesmal nicht 'unser' Charly, wenn ich das richtig sehe, sondern eine Gruppe von jungen Leuten, die anscheinend jetzt öfters Konzerte organisieren wollen - die Sache so wenig im Griff hatten. Ich denke, gerade in unserer kleinen Szene kann man es nicht leisten, die wenigen engagierten Zuschauer auch noch ordentlich vor den Kopf zu stoßen.

Das ist echt schade! Bemerkenswert finde ich nur, dass es noch chaotischer zugehen kann, als auf der Freakparade :D
Abgesehen davon klingt das nach einen gelungenen obstacles Konzert ;)

Hi,
soeben aus Maastricht zurückgekommen.

Hier mein Kurzbericht:
Auch dieses Konzert begann für den Headliner des Abends spät, denn dank der ausladenden Spielzeiten der beiden Vorgruppen (Gone Bald -> hat Spaß gemacht, XHOHX -> war irgendwie seltsam, aber nicht unspaßig) legten UA tatsächlich erst um 1 [sic!] Uhr los. Angesichts des extrem partywilligen Publikums, das wirklich in Scharen in das wahrlich kolossale ehemalige Fabrikgebäude Landbouwbelang geströmt war, warf die Band noch schnell ihr Setlist um und ließen z.B. "the long song" vom aktuellen Album einfach weg. Dass dies eine gute Idee war, zeigte sich dann auch schnell, da der Tanzmob vor der Bühne den gesamten Set über fröhlich kreiselte und beim Queen-Cover "Bicycle Race" sogar auf und ab hüpfte, was fast schon surreal war.
Der Sound war -wie schon bei den Vorgruppen- von Beginn absolut perfekt, so dass das Zuhören eine wahre Freude war. Diese machte sich auch schnell auf der Bühne breit, wo sich die Band so viel bewegte wie sicherlich schon lange nicht mehr. Drummer Chris Meszler ließ es sich beispielsweise nicht nehmen, bei einem für ihn beschäftigungslosen Part mal eben kurz ins Publikum zu springen (aber rechtzeitig wieder an seinem Platz zu sitzen, wo ihn übrigens eine immer nach vorne kippende Snare fast um den Verstand brachte, was aber vor der Bühne kaum wahrgenommen wurde).
Als UA nach einer herbeigeklatschten Zugabe ihr Konzert beendeten und der DJ "Song 2" von Blur durch die Boxen jagte, war allerdings auch klar, dass man diesem Publikum wohl so ziemlich alles hätte vorsetzen können, denn von da an ging es auf der Tanzfläche richtig ab. Irgendwann gab's kein Bier mehr, sondern nur noch Wein, weil die Anwesenden offenbar nicht nur tanzen, sondern auch saufen wollten.
Ein sehr gelungener Abend, würde ich mal sagen!

#.